"Die Kolonie Neurhede, die 1788 gegründet worden war, ist zu einer selbstständigen Gemeinde emporgestiegen. Die Siedlerstellen waren zu Bauernstellen aufgeblüht. Schwarzbunte Viehherden stehen auf den grünen Wiesen des kultivierten Moores.

In Neurhede wird am Mittwoch, 19. August, gegenüber der Kirche unter Wessels Eichen Tierschaufest 1908das erste Tierschaufest des Landwirtschaftlichen Vereins Rhede für Kolonisten aus dem Kreis Aschendorf gefeiert. Auch viele Neurheder Bauern stellten die besten Rinder und Schweine ihrer Herden vor. Bei Tanz und guter Laune fand das Fest seinen Ausklang.

Bei vielen Neurheder Bürgern entstand jetzt der Wunsch, in jedem Jahr ein Fest zu feiern, an dem sich alle Mitglieder der Gemeinde beteiligen würden."

So ist es in einer Ausgabe der Ems-Zeitung aus dem Jahr 1908 zu lesen. in eime weiteren Bericht aus dem Jahre 1909 heist es weiter:

"... Man schrieb das Jahr 1909. Frühjahr wars. Die ganze Natur war zu neuem Leben erwacht und mit der Gedanke an ein eigenes Volksfest. Man sah, wie das ganze Emsland, besonders die Nachbargemeinden, zu ihren schon traditionell gewordenen Schützenfesten rüsteten. Schon lange Jahre vorher war der Wunsch eines eigenen Volksfestes geäußert worden, doch immer stellten sich wieder Hindernisse ihm entgegen. Dies wurde nun aber anders. Unser Vorsitzender Bernhard Bruns war es von dem jetzt wie auch früher die Anregungen ausgingen. Kräftige Unterstützung fand er in dem erst Anfang des Jahres 1909 nach hier versetzten Pfarrers Lagemann, der den Gedanken eines Schützenfestes kräftig fördernd unterstützte.
"



Das erste Schützenfest

Am Mühlenberg herrscht reges Treiben. Die Vorbereitungen zum Schützenfest sind in vollem Gange. Das Festzelt wird errichtet. Kuchen- und Fischstände werden aufgestellt. Am Abend versammeln sich die Vereinsmitglieder auf dem Platz. Alles ist in bester Ordnung. Am nächsten Morgen sieht man die Neurheder Bevölkerung im Festtagsschmuck. Nach dem Gottesdienst

wird bei der Kirche zum Festumzug angetreten. Feldwebel Bernhard Bruns gibt seine Kommandos. Dann macht er Meldung beim Oberst Gerhard Bruns. Wieder ertönen Kommandos, der erste Neurheder Schützenzug marschiert durch den Ort. Voran flattert die Fahne, getragen von Reiter Wilhelm Stubbe. Ihm zur Seite reiten Ägidius Bröring und Gerhard Bögemann. Dann kommt die Musikkapelle, gestellt von Knipper Sögel. Nun folgt der Oberst mit seiner Schützenkompanie. Zuerst wird der Ehrenkönig ausgeholt.


Der Ehrenkönig Johann Dickebohm mit seiner Königin Anna Nintemannund dem Hofstaat Gerhard Bruns mit Anna Kampling und Hermann Nühsmann mit Helena Behnen, begleitet von den beiden Offizieren Heinrich Nankemann und Bernhard Hinrichs, schreiten bei den Klängen des Präsentiermarsches in den Zug ein. Nun geht es zum Festplatz.

Hier herrscht bald fröhliches Treiben. Bei Schnaps, Wein und Kuchen steigt die Stimmung. Die Musik spielt immer wieder zum Tanz auf. Bei schönen Walzer- und Rheinländermelodien drehen sich die Paare. 

In einer Ecke des Festplatzes wird hart gekämpft. Die Schützenbrüder kämpfen um die Königswürde. Immer wieder bohren sich die Bleikugeln der 98ziger Gewehre in die dicke hölzerne Schützenscheibe. Der Schießmeister Schimmöller aus Lingen stellt Gewehre und Munition. Endlich steigt der Lehrer Friedrich Wübbel mit 24 Ringen als erster König auf den Thron. Er wählt sich Gesina Behnen zur Königin.

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